20 Jahre „The Gospel Passengers“

20 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert und ein junger Mensch gleich mehrere Lebensphasen durchläuft. Auch wir Gospel Passengers haben in diesen 20 Jahren aufregende Zeiten durchschritten, Höhen und Tiefen gemeistert, uns aber immer wieder zusammen gerauft und zueinander gefunden.
Viele Menschen haben unseren Chor in diesen 20 Jahren begleitet, haben ihren Teil beigetragen und ihn letztlich zu dem gemacht, was er heute ist: Ein erfolgreicher Amateurchor aus Dresden, der sein Publikum mitreißt, in Konzerten Freude und Energie verbreitet und die Verbundenheit der Sänger und das gegenseitige Vertrauen untereinander spürbar macht.

Es war uns deshalb ein Herzenswunsch, nicht nur mit unserem Publikum unser 20-jähriges Jubiläum zu feiern, sondern auch mit all den vielen Menschen, die „The Gospel Passengers“ in den vergangenen 20 Jahren als Sänger, Musiker, Förderer, Veranstalter oder auf anderen Wegen begleitet und unterstützt haben. Zwei Wochen vor der eigentlichen Jubiläumsveranstaltung am 06. Oktober 2019 luden wir deshalb genau diese Menschen zu einer Chorgala ein, in der wir mit ihnen gemeinsam die vergangen 20 Jahre Revue passieren ließen.

20-Jahre Jubiläumsgala im Lingner Schloss

Am 21. September 2019 war der große Tag gekommen. Wir begrüßten unsere Gäste am Nachmittag mit einem Glas Sekt und einem leckeren Kuchenbuffet. Hier zeigten einige unserer Passengers neben gesanglichem Talent auch großartige Backkünste: Alle Kuchen waren selbstgebacken und selbst eine zweistöckige Geburtstagstorte befand sich auf dem Tisch.

Bis die eigentliche Veranstaltung, unser Gala-Konzert, anfing, gab es so noch reichlich Zeit für einen süßen Imbiss sowie interessante Unterhaltungen mit bekannten Gesichtern und länger nichtgesehenen Menschen.

Pünktlich um 17:30 Uhr begann das Gala-Konzert, indem die Gospel Passengers mit „Wade in the Water“ einzogen und gleich das Publikum animierten, mitzuklatschen und mitzusingen. Moderator war Andreas B., unser größter Mann im Chor, der hierbei gleich die Gelegenheit nutzte, einige der Chormitglieder zu interviewen, die mit auf der Bühne standen.

So zum Beispiel Elisabeth B., die von Beginn an bei den Gospel Passengers dabei ist. Selbst beim ersten Treffen gospel-begeisterter Menschen, das bereits im März 1999 stattfand und aus dem sich am 6. Oktober 1999 der Chor als Verein gründete, war sie anwesend. Seitdem hat sie viel miterlebt und kann zahlreiche Geschichten erzählen. Einige davon gab sie zur Chor-Gala auch zum Besten, wie zum Beispiel jene von den Aufnahmen für die erste Chor-CD, die in einer Garage aufgenommen wurden. Für spätere CD-Aufnahmen wechselten die Gospel Passengers dann in die AMI-STUDIOs. Die aktuelle CD „How I Got Over“, die unter der Leitung von Markus Schurz entstand, wurde hingegen an einem ganzen Wochenende in der Schulaula eines Musikgymnasiums aufgenommen. Markus ist seit 2013 unser künstlerischer Leiter.

Nach Elisabeth wurde Martin G. ans Mikrofon gebeten, denn er betreut ein ganz besonderes Chormitglied: Charlotte, die 2003 zu den Gospel Passengers stieß, ist genau genommen ein PKWAnhänger, der all unsere Technik von Konzert zu Konzert transportiert. Und diese Ausrüstung ist in den 20 Jahren gewaltig gewachsen: Angefangen mit einem Keyboard und einem Mikrofon für den Solisten, kamen ein Mikro pro Stimmgruppe und schließlich ein Mikro pro Sänger hinzu. Heute nutzen wir vor allem Overhead-Mikros, was die Last für Charlotte ein wenig leichter macht und uns mehr Bewegungsfreiheit auf der Bühne verschafft.

Doch nicht nur aktive Sänger schnappte sich Andreas für einen kurzen Plausch. Auch ehemalige Mitglieder wurden als Interviewpartner ausgesucht. Zwar war unser erster künstlerischer Leiter und Chor-Initiator Thomas Stelzer, der die Passengers bis 2012 maßgeblich prägte, nicht anwesend, dafür aber eine andere wichtige Person für den Chor: Peter K., auch genannt „KO“, arrangierte mehr als 20 Titel für uns und hinterließ dadurch seine Spuren. Ihm verdanken wir unter anderem das Arrangement „Deep River / Steel Away“, das bis heute Bestandteil unseres aktiven Repertoires ist und wir deshalb an dieser Stelle des Konzertes sangen.

„Die Themen der Gospel Musik“, so unserer künstlerischer Leiter Markus Schurz auf Nachfrage, „sind Geschichten aus der Bibel, Gebete, Lobpreisungen, Bitten, Wehklagen.“ Mittlerweile gibt es sogar im Chor selbst die Ambition, eigene Gospelsongs zu schreiben. Bereits zwei eigene Titel singen wir regelmäßig in unseren Konzerten.

Doch es ist immer auch ein heikles Thema mit den religiösen Songs. Unser Chor ist als Verein keiner Kirchgemeinde zugehörig und setzt nicht die Konfessionszugehörigkeit der Sänger als Voraussetzung, mitwirken zu dürfen. Wie können wir es als Chor also rechtfertigen, Gospelsongs zu singen, wenn wir teils gar keiner Konfession angehören? Diese Frage stellte sich auch Andreas und beantwortet sie für sich so: „Ich habe den Eindruck, dass uns die dahinterstehenden Sehnsucht nach Frieden, Liebe, Gemeinschaft, Toleranz, Vergebung, Wahrhaftigkeit eint und vielen von uns Kraft und Mut und auch den Frohsinn gibt, in dieser verrückten Welt zurecht zu kommen.“ Diesen Worten können wohl alle Passengers zustimmen – und sicher auch das Publikum.

Alles Passengers zusammen auf einer Bühne zum Gala Konzert

Ob aktiv oder ehemalig – Alle Passengers auf einer Bühne!
© Martin Kaiser

Krönender Abschluss des Galakonzerts und wohl einer der schönsten Momente des gesamten Abends war schließlich die Zugabe, als alle Passengers – ehemalige wie aktive – auf der Bühne gemeinsam standen und zusammen sangen.

Danach war natürlich noch lange nicht Schluss. Bei leckerem Buffet konnten die Gespräche weitergeführt und vertieft werden. Der Abend fand einen entspannten Ausklang und für die Tanzbegeisterten auch noch die Möglichkeit, das Tanzbein zu schwingen.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle Beteiligten und Gäste! Wir haben diesen Abend sehr genossen!

„People get ready – Gospel and more“ – Chorfestival in der St. Pauli Ruine

Zweiter Höhepunkt unseres 20-jährigen Chorjubiläums war das Chorfestival am 06. Oktober 2019 in der St. Pauli Theaterruine in Dresden. Anlässlich unseres Gründungstages luden wir unter dem Motto „People get ready – Gospel and more“ weitere Musiker und Chöre ein. Neben uns traten Gospel Con Brio, die Spiritual & Gospel Singers sowie Singt Pauli auf. Shuriaki, die auch hätten dabei sein sollen, mussten leider kurzfristig absagen.

Beginn des Festivals war bereits 16 Uhr, denn mit 4 Chören standen dem Publikum und auch allen Mitwirkenden einige musikalische Stunden bevor. Den Anfang besangen mit 3 Liedern wir, die Gospel Passengers, als Gastgeber. Singt Pauli schloss sich als „Heimchor“ der St. Pauli Ruine daran an.
Die Singt Paulis standen zum einen für das More des Festivals und waren zum anderen der jüngste Chor bei der Veranstaltung. Scherzhaft heißt es auf der Website „Die Singt-Paulis gehen in die Schule! Naja, theoretisch zumindest, denn mit Gründung im Jahre 2012 gehört dieser Chor wohl zu den jüngsten Ensembles in der örtlichen Chorlandschaft.“ Unter Chorleiter Clemens Weichard
erklangen verschiedenste Stücke, die Singt Pauli als „queer-beet“ und „von internationaler Folklore über romantisch-deutschen Meister bis hin zu Pop und Rock aller Couleur“ beschreibt. Für uns und für alle anderen war es ein Ohrenschmaus.

Den daran anschließenden Teil des Festivals gestaltete Gospel Con Brio, die einige der Zuschauer schon von anderen gemeinsamen Auftritten mit uns kannten. Die Brios brachten modernen europäischen Gospel mit und verbreiteten gute Laune und „Gospel mit Feuer“.

Als nächstes übernahmen die Spiritual & Gospel Singers die Bühne und heizten dem Publikum ordentlich ein. Stimmgewaltig und sogar mit Choreo hielt es niemanden mehr auf seinen Sitzplätzen.
Bevor sich das Festival schließlich dem Ende neigte, kamen aber noch einmal wir auf die Bühne und verbreiteten unsere Klänge.

Zum Abschluss der Veranstaltung sangen wir gemeinsam mit den mitwirkenden Chören „Rock My Soul“ – ein herrliches Gemeinschaftsbild auf der Bühne und im Zuschauerraum entstand! Standing Ovation für ein wunderbares Konzert und einem Jubiläum, dass die Gospel Passengers so schnell nicht vergessen werden.

In diesem Sinne – auf die nächsten 20 Jahre!